Lektion 1 von 7

Warum UML in der Prüfung

Welche Diagramme die IHK abfragt, woran du in der Aufgabe erkennst, welches gemeint ist, und wo die meisten Punkte verloren gehen.

  • Etwa 10 Minuten
  • 4 Quizfragen
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Warum es UML gibt

UML steht für Unified Modeling Language, eine einheitliche grafische Sprache, um Software zu beschreiben, bevor sie gebaut wird. Der Vorteil: Entwickler, Auftraggeber und Tester schauen auf dasselbe Bild und verstehen dasselbe darunter. Ein Rechteck mit drei Fächern ist überall eine Klasse, eine gefüllte Raute überall eine Komposition, egal ob in Hamburg, München oder im Prüfungsraum.

Genau deshalb mag die IHK UML: Mit einem Diagramm lässt sich in wenigen Minuten prüfen, ob du einen Sachverhalt verstanden und sauber strukturiert hast. In der AP1 kann UML alle Fachrichtungen treffen. In der AP2 ist es bei Anwendungsentwicklern ein Dauerbrenner. Bei Systemintegratoren kommt UML in der AP2 selten vor, am ehesten als Ablaufdarstellung, etwa für Abläufe bei der Einrichtung oder im Störungsfall.

So sieht ein kleines UML-Diagramm aus, hier ein Use-Case-Diagramm (Anwendungsfalldiagramm):

Lastenrad-VerleihLastenrad buchenBuchung stornierenRad wartenKundeMitarbeiter
Use-Case-Diagramm: Wer nutzt den Lastenrad-Verleih wofür?

Auch ohne Vorwissen liest du heraus: Kunden buchen und stornieren, ein Mitarbeiter wartet die Räder. Diese Lesbarkeit ist der Sinn der Sache, und sie ist auch das, was die Prüfer sehen wollen.

Die Diagramme der Prüfung

UML 2.5 kennt vierzehn Diagrammtypen. Für die Prüfung brauchst du davon nur einen Bruchteil. Drei tauchen immer wieder auf, zwei weitere kommen in der AP2 Anwendungsentwicklung gelegentlich vor:

  • Use-Case-Diagramm (Anwendungsfalldiagramm): Wer benutzt das System wofür? Lektion 2.
  • Klassendiagramm: Welche Klassen gibt es, was speichern sie, wie hängen sie zusammen? Lektionen 3 und 4, in der Prüfung der häufigste Typ.
  • Aktivitätsdiagramm: In welcher Reihenfolge laufen die Schritte eines Prozesses ab? Lektion 5.
  • Gelegentlich das Sequenzdiagramm: Welches Objekt schickt wann welche Nachricht an welches andere? Lektion 6.
  • Ebenfalls gelegentlich das Zustandsdiagramm (Zustandsautomat): Welche Zustände durchläuft ein Objekt? Ebenfalls Lektion 6.

Das Klassendiagramm beschreibt die Struktur eines Systems, also was es gibt. Die anderen vier beschreiben Verhalten, also was passiert. Diese Unterscheidung hilft dir, wenn du in einer Aufgabe unsicher bist.

Das richtige Diagramm erkennen

Oft nennt die Aufgabe den Diagrammtyp direkt. Manchmal steht aber nur, was dargestellt werden soll, und du musst selbst entscheiden. Dann helfen dir diese Signalwörter:

Formulierung in der AufgabeDiagrammZeigt
„Modellieren Sie die Klassen …“, „mit Attributen und Methoden“KlassendiagrammWelche Klassen es gibt, was sie speichern und wie sie zusammenhängen.
„Stellen Sie den Ablauf … dar“, „inklusive aller Verzweigungen“AktivitätsdiagrammSchritte eines Prozesses mit Entscheidungen und Parallelität.
„Welche Akteure …“, „Welche Funktionen soll das System bieten?“Use-Case-DiagrammWer das System nutzt und wofür, ohne das Wie.
„zeitliche Abfolge der Nachrichten“, „Methodenaufrufe zwischen …“SequenzdiagrammWelches Objekt wem wann welche Nachricht schickt.
„Zustände“, „Welche Zustände durchläuft eine Bestellung?“ZustandsdiagrammZustände eines Objekts und die Ereignisse, die sie wechseln.

So werden die Punkte verteilt

Eine UML-Aufgabe ist in der Regel Teil eines größeren Handlungsschritts. Je nachdem, ob du nur ein vorgegebenes Diagramm ergänzt oder ein ganzes Diagramm selbst zeichnest, bringt sie erfahrungsgemäß zwischen etwa 6 und 25 Punkten. Bewertet wird dabei fast immer Element für Element. Ein Beispiel, wie sich 12 Punkte für ein Klassendiagramm typischerweise aufteilen (Richtwert, jede Musterlösung legt es selbst fest):

Bewertet wirdPunkte
Alle geforderten Klassen mit passendem Namen3
Attribute mit Sichtbarkeit und Datentyp3
Methoden mit Parametern und Rückgabetyp2
Beziehungen zwischen den richtigen Klassen2
Multiplizitäten an beiden Enden2

Die gute Nachricht daraus: Auch ein unvollständiges Diagramm bringt Teilpunkte. Lass eine UML-Aufgabe deshalb nie leer, selbst wenn du nur die Klassen findest.

Die drei häufigsten Fehler

Jetzt selbst testen

Vier Fragen zum Einstieg. Du hast so viele Versuche, wie du willst.

1 / 4

„Stellen Sie den Ablauf der Bestellabwicklung inklusive aller Verzweigungen dar.“ Welches Diagramm ist gefragt?

2 / 4

Die Aufgabe verlangt die zeitliche Abfolge der Nachrichten zwischen App, Server und Datenbank beim Login. Welches Diagramm zeichnest du?

3 / 4

Welche Frage beantwortet ein Use-Case-Diagramm?

4 / 4

„Welche Zustände kann eine Bestellung annehmen und wodurch wechselt sie in den nächsten?“ Welches Diagramm passt?